Giacomo Tachis
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2024
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Giacomo Tachis
Wer über italienischen Wein spricht, kommt an Giacomo Tachis nicht vorbei – jenem kompromisslos Neugierigen, der entdeckt werden wollte und auf Sardinien Möglichkeiten sah, wo andere Felsen und Macchia rochen. Zwischen ausdrucksstarken Granitböden und dem dumpfen Bellen des Mistral entlockte Tachis dem Cannonau und weiteren autochthonen Reben plötzlich Klangfarben, die man abseits der Halbinsel noch nie vernommen hatte. Unvergessen bleibt etwa der Turriga: Ein Monument sardischer Weinkunst mit feingeschliffenem Tannin, balsamisch-warmen Fruchtnoten und einer bemerkenswerten Essenz von Myrte und wildem Rosmarin – ein Wein, der das raue, salzige Licht der Insel im Glas spiegelt und in großen Jahrgängen förmlich nach jahrzehntelanger Geduld verlangt. Wer einmal am späten Nachmittag mit Tachis zwischen Zistrosen im Weinberg stand, erinnert sich an seine Begeisterung für die „geheime Energie“ dieses Landes. Auffallend war stets seine Liebe zum Detail: Vom sorgsamen Anbinden alter Rebstöcke bis hin zur analytischen Präzision im Keller – alles diente dem Ziel, den Charakter des sardischen Terroirs unverfälscht ins Glas zu bringen.
Terroir von Giacomo Tachis
Die sardischen Weinberge, insbesondere rund um das Unesco-Welterbe des Supramonte-Massivs, sind eine Welt für sich: Mächtige Granitformationen wechseln sich ab mit Terassenlagen aus eisenhaltigem, rotglühendem Boden, durchzogen von aromatischem Buschwerk. Hier, geprägt von salziger Meeresbrise und extremer Sonneneinstrahlung, überleben die Reben oft nur aufgrund tiefer Wurzelkraft. Die Kargheit der Böden und die trockene Hitze zwingen jeden Weinstock zu konzentrierter Aromentiefe und ungewöhnlicher Struktur. Der Cannonau, Sardiniens Inbegriff von Rotwein, offenbart auf diesen Böden intensive Aromen von Waldbeeren, Veilchen und mediterranen Kräutern. Tachis verstand es meisterhaft, das Zusammenspiel aus jahrhundertealten Rebanlagen und modernem Weinbau zu nutzen, um jedem Jahrgang seine ganz eigene, unverwechselbare Persönlichkeit zu verleihen. In den besten Parzellen, etwa nahe Serdiana, erhalten die Trauben von Hand als erste morgens Lese, um ihre Frische trotz der sengenden Sonne zu bewahren.
Geschichte hinter Giacomo Tachis
Die Geschichte von Giacomo Tachis ist untrennbar verbunden mit der rasanten Wandlung des sardischen Weinbaus. Ursprünglich im Piemont verwurzelt, war er in ganz Italien bekannt, als ihn Anfang der 1980er Jahre ein auf Sardinien beheimateter Winzer zu einer legendären Weinprobe einlud – ein Ereignis, das Wegweiser sein sollte. Eindrucksvoll berichtete Tachis später von jener ersten Begegnung mit „Weinen, die rau wie Granit schmeckten und doch eine vielschichtige Seele hatten.“ Sein Wissen, gepaart mit dem Mut zum Experiment, führte ihn dazu, nicht nur den längst etablierten Techniken französischer Vorbilder Platz zu geben, sondern auch unbekannte lokale Traditionen wieder aufleben zu lassen.
Das Vorbild für viele sardische Weine – darunter das heute vielfach prämierte Flaggschiff Turriga – entstand aus unzähligen Verkostungen von Fässern direkt im Halbdunkel eines kühlen Kellers, mit der wachen Neugier eines Forschers. Tachis ermutigte die Winzer, alte Carignano-Stöcke wieder zu kultivieren, und kombinierte sie mit Cannonau und französischen Rebsorten. Sein unkonventioneller Blick auf Verschnitte machte Weine möglich, die bis dato undenkbar erschienen. Sein Vermächtnis ist heute in der gesamten sardischen Weinwelt spürbar – eine Einladung zum Staunen bei jedem Glas, das nach salziger Luft und sonnengewärmtem Stein schmeckt.
Vinifizierung bei Giacomo Tachis
Im Weinmachen bewies Tachis stets einen ausgeprägten Respekt vor den natürlichen Gegebenheiten der Reben. Modernisierung bedeutete für ihn nicht das Radikale, sondern das sensible Ergänzen: So integrierte er sanfte Extraktionsmethoden und setzte speziell getoastete Barriques ein, ließ aber stets Raum für die Eigenart der Trauben. Der Ausbau erfolgt bevorzugt in französischem Eichenholz, wobei die Zeit in Fass und Flasche individuell nach dem Jahrgang bestimmt wird
Weitere Informationen
| Name | Giacomo Tachis |
|---|---|
| Inverkehrbringer | C.S. Santadi Societŕ Cooperativa Agricola, IT 09010 Santadi (CI) |
| Önologe | Giacomo Tachis. |
Giacomo Tachis
Giacomo Tachis, geboren 1933 in Florenz, gilt als einer der bedeutendsten Winzer Italiens. Insbesondere auf der Insel Sardinien, wo er seit den 1950er Jahren lebt und arbeitet, genießt er aufgrund seiner außerordentlichen Kenntnisse über Weinbau und Kellerwirtschaft höchstes Ansehen.Tachis hat maßgeblich dazu beigetragen, den sardischen Weinbau zu revolutionieren und international konkurrenzfähig zu machen. Dank seiner Pionierarbeit in den Bereichen Rebenauswahl, Kellertechnik und Weinbereitung konnten auf Sardinien nun Weine von außergewöhnlicher Qualität produziert werden, die sich mit den besten Weinen aus Frankreich und anderen Teilen Italiens messen können.
Tachis hat in seiner Karriere mit zahlreichen renommierten Weingütern zusammengearbeitet, darunter auch mit der Antinori-Familie, einem der bekanntesten Weingüter Italiens. Er ist vor allem für seine Arbeit am Sassicaia, dem legendären sardischen Rotwein, bekannt, der zu den teuersten und begehrtesten Weinen Italiens gehört.
Tachis' Weine zeichnen sich durch ihre außergewöhnliche Balance und Komplexität aus und sind bekannt für ihr tiefes Aroma, ihre intensive Farbe und ihren vollen Körper. Seine Arbeit hat den Weinbau auf Sardinien nachhaltig geprägt und ihm weltweit Anerkennung gebracht.



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