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Castell

Wer das Weingut Castell besucht, taucht unweigerlich ein in die sanfte Stille der weitgezogenen Hügel Frankens, wo sich Weinberge wie ein Flickenteppich um das bescheidene Schloss Castell schmiegen. In diesen historischen Mauern atmet man Jahrhunderte fränkischer Weinkultur. Kaum irgendwo fühlt sich der Silvaner heimischer an als hier – sein feines Spiel von reifer Birne, nasser Stein und einer anmutig herben Würze ist Ausdruck jahrzehntelanger Hingabe und Gewissenhaftigkeit im Weinberg. Der 2020er Silvaner aus dem Casteller Schlossberg ist dabei eine Offenbarung: In der Nase Anklänge von Quitte, Honigmelone und einer fast salinen Mineralität; am Gaumen stoffig, mit kühlem Zug und langem Nachhall – ein prädestinierter Essensbegleiter, der dennoch solo eindrucksvoll bleibt. Dem Winzer ist es ein Anliegen, den natürlichen Ausdruck jeder Parzelle zu bewahren, sei es im kühlen Abtswinder Kessel oder den wärmeren Lagen um Castell selbst. Wer auf dem Weingut unterwegs ist, begegnet der sympathischen Bodenständigkeit der Menschen von Castell – ob im Gespräch am Weinprobierstand oder bei der Lese im Morgengrauen, wenn Nebel wie feine Tücher über den Weinstöcken liegt und zwischen den Rebwurzeln kleine Wildblumen blühen.

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Terroir von Castell

Die Hänge rund um Castell sind geprägt vom charakteristischen Keuperboden – einer geologischen Schicht, die mit ihrer Mischung aus Ton, Gipsmergel und Sandstein ein ganz eigenes Mikroklima schafft. Diese Böden schenken den Weinen eine kantige, kühle Mineralität und verleihen vor allem dem Silvaner Substanz, Tiefe und eine unverkennbare Würze. Besonders eindrucksvoll zeigt sich das in den Hanglagen rund um das Schloss, wo die Reben alt und knorrig, teils über 50 Jahre, die Erde durchwurzeln. Die Lese in Castell beginnt morgens, wenn der Tau noch über den Blättern steht und die Luft frisch ist – ein Aspekt, der die Frische der Weine maßgeblich erhält. Das vom Steigerwald geschützte Klima sorgt für kühle Nächte, die der Aromatik ihrer Weine Nuancen von weißen Blüten, reifem Kernobst und zartem Tabak verleihen. In besonders warmen Jahren, etwa 2018, zeigte sich, wie die kargen Böden mit ihrer Fähigkeit zur Feuchtigkeitsspeicherung auch Trockenperioden trotzen und Trauben hervorbringen, die voller Spannung und Balance stecken. Über die Jahre hinweg hat sich in Castell die Überzeugung durchgesetzt, dass großer Wein im Dialog mit dem Boden, nicht gegen ihn entsteht.

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Geschichte hinter Castell

Seit über 700 Jahren ist das Weingut fest in den Händen der Grafen von Castell. Es ist ein magischer Ort, an dem Geschichte nicht bloß Vergangenheit bleibt, sondern gelebte Gegenwart ist: Im Archiv des Schlosses lagern noch immer Fässer und Flaschen aus dem 19. Jahrhundert, Zeugen legendärer Jahrgänge wie 1921 oder 1959, die bis heute in Sammlerkreisen für Erstaunen sorgen. Die Liebe zum Silvaner manifestierte sich bereits 1659 mit der ersten Pflanzung – eine Entscheidung, die Franken und das Weingut prägte wie kaum etwas anderes. Von damals bis heute sind es die Menschen vor Ort, die den beharrlichen Wandel in neue Zeiten trugen: Von der Handarbeit im Weinberg bis zu Investitionen in moderne Kellertechnik, ohne die Identität der Weine aus dem Blick zu verlieren. Ein besonderes Kapitel verbindet Castell mit der fränkischen Weinkultur durch die Einführung der Bocksbeutel-Flasche, die heute international als Erkennungsmerkmal für frankischen Wein gilt. Im Innersten des Weingutes stehen jedoch immer die Böden, die langlebigen Rebstöcke und eine nachhaltige Bewirtschaftung im Mittelpunkt – gelebt von Teams, die Generationen überdauern, und einer Familie, die seit Jahrhunderten für Gastfreundschaft und Innovation bekannt ist.

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Vinifizierung bei Castell

In den Kellern und Weinbergen von Castell steht Handarbeit an erster Stelle. Die Ernte erfolgt selektiv von Hand, Trauben werden schonend verarbeitet und spontan vergoren, um das Terroir jeder Lage präzise herauszuarbeiten. Die Weine reifen traditionell in alten Holzfässern aus fränkischer Eiche, die eigens nach den Vorgaben des Weingutes gefertigt werden, sowie in Edelstahl zur gezielten Bewahrung

Weitere Informationen

Name Castell
Webseite https://www.castell.de/
Inverkehrbringer FÜRSTLICH CASTELLSCHES DOMÄNENAMT e.K.
Schlossplatz 5
DE-97355 CASTELL
Anbaufläche in Hektar 112 ha
Gründer Castell-Castell
Eigentümer Fürst zu Castell-Castell.
Önologe Matthias Braun
Gründugsjahr 1659

Castell

Castell ist ein historisches Weingut im Herzen Frankens, das seit mehr als 700 Jahren im Besitz der Familie von Castell ist. Der Winzer Castell ist bekannt für seine hochwertigen Weine, die aus den besten Trauben der Region hergestellt werden.

Das Weingut erstreckt sich über mehr als 500 Hektar idyllischer Weinberge, die sich auf den sanften Hügeln um die malerischen Dörfer Castell und Abtswind befinden. Die Weine werden aus einer Vielzahl von Rebsorten hergestellt, darunter Silvaner, Riesling, Müller-Thurgau, Bacchus und Spätburgunder.

Das besondere Augenmerk des Winzers Castell liegt auf der Qualität und Nachhaltigkeit. So wird beispielsweise auf den Einsatz synthetischer Pestizide und Düngemittel verzichtet. Stattdessen setzt der Winzer auf natürliche Methoden und auf die Arbeit der Weingartenpfleger und Winzer.

Das Ergebnis sind Weine, die die einzigartige Vielfalt und den Charakter der Region widerspiegeln. Die Weine des Winzers Castell sind allgemein bekannt für ihre Fülle, Komplexität und Langlebigkeit. Zu den bekanntesten Weinen gehören der Castell Silvaner, der Castell Riesling sowie der Castell Spätburgunder.

Insgesamt ist der Winzer Castell ein unverzichtbarer Bestandteil der fränkischen Weinregion und ein großartiger Botschafter für die Weine und Traditionen der Region.